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Corona und die Folgen: Bodo Ramelow zu Besuch im Christophoruswerk

„Betretungsverbot“ für die Werkstatt- und Förderbereiche, Notbetreuung und strenge Hygienepläne - auch im Werkstattbereich des Christophoruswerkes haben die zurückliegenden Wochen der Corona-Pandemie tiefe Spuren hinterlassen. Für die Menschen mit Behinderungen/psychischen Erkrankungen war die Zeit des „Lockdowns“ mit großen Entbehrungen und Verunsicherungen verbunden. Auf Einladung unseres Werkstattrats kam Thüringens Ministerpräsident Ramelow ins Christophoruswerk, um sich über die Erfahrungen in dieser Zeit berichten zu lassen. „Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen sollten selbst entscheiden können, ob sie zur Arbeit gehen“, war eine der Forderungen, die dem Ministerpräsidenten in einer Talkrunde mitgegeben wurde. „Andere gingen in Kurzarbeit, uns wurde diese Möglichkeit verwehrt“, so eine Kritik des Werkstattrates in einem Positionspapier. Mit Blick auf die finanzielle Situation vieler Beschäftigter sprach sich die Geschäftsführung des Christophoruswerkes für eine unproblematische und vollständige Zahlung der vereinbarten Entgelte für die Beschäftigten aus – was leider trotz der Zusagen der zuständigen Stellen nicht immer der Fall sei.

Werkstattladen hat wieder geöffnet

Und zur Begrüßung eine Blume… Alle, die nichts mit Massenware am Hut haben, sondern die das Besondere lieben, dürfen sich freuen: Seit heute hat der Werkstattladen des Christophoruswerkes in der Allerheiligenstraße 8 wieder geöffnet (Mo. bis Fr. 10 bis 16 Uhr). Obwohl ein bisschen versteckt in einer Seitenstraße des Fischmarkts gelegen, ist der Werkstattladen längst kein Geheimtipp mehr. Töpferwaren, Kerzen, Stoffartikel und seit neuestem auch selbstgenähte Masken – jedes einzelne Stück im Laden ist einzigartig. Susanne Rilk und Kerstin Lindauer freuen sich jedenfalls auf Kundschaft nach der langen Zeit der Corona-Pause, auch wenn ein Hygienekonzept, Markierungen zum Einhalten von Abständen und ein Schutzglas an der Kasse an die Pandemie erinnern. Da hilft nur, sich an dem Schönen im Laden zu erfreuen und ganz nebenher auch noch Gutes für die Menschen mit Behinderung zu tun.

Insektenhotels aus dem Christophoruswerk für engagierte Naturschützer

Dem Bienen- und Insektensterben etwas entgegenzusetzen, dies ist das Ziel der Aktion „Insektenhotel“, für die „Rotaract“ (junge Rotarier zwischen 18 und 30 Jahren) und das Christophoruswerk Erfurt zusammenarbeiten. Nach einem Aufruf in der Presse durch die Rotarier hatten die Erfurterinnen und Erfurter bis zum 10. Juni Zeit, sich um ein ganz besonderes Geschenk zu „bewerben“: um eines von insgesamt zwölf Insektenhotels. Gefertigt werden die Insektenhotels in unserer Tagesstätte „Regenbogen“ in der Michaelisstraße, wo Menschen mit einer psychischen Erkrankung ihren Alltag in einer Holzwerkstatt gestalten. Das Echo auf den Aufruf war überwältigend: 41, „meist sehr qualifizierte Bewerbungen“ gingen laut Rotary-Präsident Dr. Harald Dörig (Bildmitte, mit Eileen Ziemann von „Rotaract“) ein. Jetzt wurde ausgelost. Fünf der zwölf Insektenhotels gehen nun laut Dörig an Gemeinschaften wie Kindergärten und Kleingartenvereine; sieben weitere  an Einzelpersonen und Familien. Sie alle hatten sich durch Fotos und die Beschreibung ihres Gartens für die Vergabe eines Insektenhotels qualifiziert. Und bekommen die Insektenhotels nun geschenkt.