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"Unsere Kollegen gehen mit Freude hierher"

Mehr als eine Stunde Zeit nahmen sich Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Uta Michelfeit-Ulrich, Bürgerbeauftragte und Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Stadt Erfurt, am 9. Mai, um in entspannter Atmosphäre mit Beschäftigten der Christophorus-Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder seelischen Behinderungen zu sprechen: "Wie geht es Ihnen bei Ihrer Arbeit? Und fühlen Sie sich dabei wertgeschätzt?", waren einige der Fragen, die die beiden für das Gespräch mit dem Werkstattrat mitgebracht hatten.

 

Die Antwort von Torsten Glaßer, Gruppensprecher des Berufsbildungsbereichs im Werkstattrat, war eindeutig: "Unsere Kollegen gehen alle mit Freude hierher,  sonst würden sie nicht kommen."

 

Dabei berichteten Torsten Glaßer und seine Kollegen Bernd Michel und Bernd Lehr auch von ihren eigenen Erfahrungen in den Werkstätten. Bernd Michel arbeitet seit 14 Jahren im Christophoruswerk. "Angefangen habe ich damals, nach meiner Erkrankung, noch in der Paul-Schäfer-Straße. Eine Wiedereingliederung auf dem ersten Arbeitsmarkt nach zwei Jahren hat nicht geklappt." Immer wieder, berichtet Michel, falle er wegen seiner Erkrankung für längere Zeit aus. "Zeitweise war ich mehr im Krankenhaus als auf Arbeit."

Und dennoch gehe er nach einem Krankenhausaufenthalt immer wieder direkt zur Arbeit in den Werkstätten: "Wenn man zuhause bleibt, kriegt man sonst gleich wieder einen Drehwurm im Kopf und alles geht wieder von vorne los." Die Werkstätten erfüllten für ihn und seine Kollegen auch eine wichtige Rehabilitationsfunktion. Auch Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Uta Michaelfeit-Ulrich betonten die wichtige Bedeutung der Werkstätten als ein Angebot für Menschen mit Behinderungen und zeigten Unverständnis für Forderungen nach Abschaffung mit dem  Ziel, alle Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

 

In seiner Funktion als Werkstattratvorsitzender dankte Bernd Michel Oberbürgermeister Bausewein auch für die Schaffung einer Haushaltsstelle, die es auch Beschäftigten mit Grundsicherung ermöglicht, Sonderzahlungen wie das so genannte Weihnachtsgeld in voller Höhe, ohne Abzüge, zu erhalten. Hierfür hatten sich Michel und seine Kollegen über viele Monate hinweg in Gesprächen mit Mitgliedern des Stadtrats eingesetzt.